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This piece kicks off Getting Started with Podcast Recording, a 5-part guide to easier podcast recording.

29. Oktober 2025

Podcast-Aufnahmen ohne Stress: Ein praxisnaher Leitfaden

Systematische Vorbereitung für saubere Aufnahmen mit zwei Sprechern.

4 min read

A couple of men sitting at a table next to each other with a microphone between them

WizCut funktioniert auch mit einem einzelnen Mikrofon. G. J. Ramstedt im Radiostudio mit Sakari Pälsi, 1948 (vor WizCut).

Mikrofone sind vorhanden, Gäste sind gebucht, Themen vorbereitet. Dennoch entstehen zwischen Aufnahmestart und Schnittbeginn regelmäßig Probleme: übersteuertes Audio, ungewollte Pausen, dominante Lüftergeräusche. Diese Artikelserie beschreibt ein reproduzierbares Vorgehen, mit dem sich technische und organisatorische Störfaktoren reduzieren lassen. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit während der Aufnahme konsequent auf das Gespräch zu lenken.

Die Inhalte sind auf Produktionen mit zwei sprechenden Personen ausgelegt, unabhängig davon, ob es sich um feste Co-Moderationen oder wechselnde Gesprächspartner handelt. Die hier zusammengestellten Empfehlungen basieren auf der Nachbearbeitung von Podcast-Material sowie der Betreuung von Kamera und Ton bei YouTube-Produktionen. Sie fassen wiederkehrende Optimierungspotenziale aus der Arbeit mit kleineren Teams zusammen. Ein akustisch optimierter Raum oder hochpreisiges Equipment sind nicht erforderlich. Entscheidend ist eine Methodik, die technische wie mentale Ablenkungen reduziert.

Warum kontrollierte Aufnahmebedingungen den Schnitt erleichtern

Nachbearbeitung kann Erzählstrukturen optimieren, jedoch keine grundlegend gestörte Aufnahmeumgebung kompensieren. Übersteuerungen oder permanente Hintergrundgeräusche führen bereits vor dem ersten Schnitt zu erhöhtem Arbeitsaufwand. Unklare Abläufe binden Aufmerksamkeit an Technik und Organisation – Aufmerksamkeit, die im Gespräch fehlt.

Nach wiederholter Beobachtung solcher Situationen wird der Aufnahmetag hier als strukturierter Prozess behandelt:

  • Anzahl variabler Faktoren begrenzen
  • Kritische Schritte vorab testen
  • Technik nach Aufnahmestart möglichst unsichtbar halten

Auf diesen Grundsätzen baut die gesamte Serie auf.

Inhalte der Serie

Die folgenden Artikel behandeln aufeinander aufbauende Themen:

  1. Raumakustik gezielt verbessern. Identifikation ruhiger Aufnahmebereiche, Reduktion von Nachhall ohne bauliche Maßnahmen, Positionierung von Kameras zur Vermeidung sichtbarer Verkabelung.
  2. Audio-Signalkette konfigurieren. Auswahl von Mikrofonen, Interfaces und Kopfhörerverteilung für zwei Personen. Checkliste zur Vermeidung von Übersteuerungen.
  3. Sprecher vorbereiten ohne Druck aufzubauen. Strukturierungsvorschläge für Gesprächsabläufe, zeitliche Planung, Kontextvermittlung ohne übermäßige Formalisierung.
  4. Aufnahmesession strukturiert durchführen. Zeitplan von Ankunft bis Abschluss, kurzfristige Mikrofonkontrolle, Aufzeichnung von Sicherungskopien, Umgang mit Unterbrechungen im Redefluss.

Jeder Abschnitt setzt die vorherigen Erkenntnisse praktisch fort. Das Ergebnis ist eine wiederholbare Vorgehensweise, die den Schnittaufwand reduziert, da mit konsistent aufgenommenen Dateien gearbeitet wird.

Referenz-Setup

Die folgenden Empfehlungen beziehen sich auf eine einfache, praxiserprobte Standardkonfiguration:

  • Zwei dynamische Mikrofone (SM58, PodMic oder MV7) auf Tischstativen
  • Zweikanaliges Audio-Interface oder Mischpult mit direkt zugänglichen Gain-Reglern
  • Geschlossene Kopfhörer pro Sprecher, vom Interface aus verteilt
  • Zwei spiegellose Kameras auf stabilem Stativ, jeweils für Einzelaufnahme positioniert
  • Weiches Hauptlicht mit dezenter Aufhellung oder praktischer Lichtquelle zur Vermeidung unterschiedlicher Hauttöne zwischen Winkeln

Bei Verwendung eines Hardware-Recorders (Zoom P4, Rodecaster) entfällt der Interface-Schritt, da die Einstellungen direkt am Gerät vorgenommen werden. Mit nur einer Kamera gelten dieselben Arbeitsschritte – präzise Bildkomposition, einmalige Synchronklatsche, anschließende Bearbeitung mit WizCut nach Hinzufügen weiterer Perspektiven oder nachträgliche Aufteilung in zwei vertikale Formate.

Vorbereitungsschritte vor Serienbeginn

Bevor der nächste Artikel sinnvoll gelesen werden kann, sollten folgende Punkte umgesetzt sein:

  • Primärraum definieren, der für mindestens 60 Minuten kontrollierbar ist. Absolute Stille ist nicht erforderlich, jedoch Vorhersehbarkeit der Umgebungsgeräusche.
  • Tischanordnung skizzieren, sodass jeder Sprecher Zugriff auf Mikrofon, Notizen und Getränk hat, ohne Kabel zu berühren.
  • Sämtliche Kabel beschriften. Gewebeband und Marker genügen. Dieser Schritt reduziert die Aufbauzeit auf unter fünf Minuten.
  • Namenskonvention für Sessions festlegen. Beispiel: show-yyyy-mm-dd-thema. Konsistente Dateistruktur erleichtert spätere Orientierung im Editor.

Diese Maßnahmen sind unscheinbar, beseitigen jedoch einen Großteil der typischen Startprobleme.

Testlauf zur Prozessvalidierung

Vor der ersten regulären Episode sollte ein zehnminütiges Probegespräch aufgezeichnet und gemeinsam ausgewertet werden. Dabei lassen sich folgende Parameter feststellen:

  • Optimaler Abstand zum Mikrofon
  • Mechanische Geräuschquellen (z. B. Stuhlgeräusche)
  • Überlappungen im Redefluss bei lebhafter Diskussion
  • Notwendigkeit nonverbaler Signale für flüssige Sprecherwechsel

Diese Testaufnahme dient als Referenzmaterial für die Umsetzung nachfolgender Artikel und ermöglicht späteren Vergleich der Aufnahmequalität.

A man sitting at a desk in front of microphones, reading notes and turning a knob

Ansager Carl-Erik Creutz bei der Arbeit im Radiostudio, 1930er Jahre.

Automatische Nachbearbeitung

Die beschriebenen Abläufe sind bewusst so gewählt, dass sie mit automatisierten Schnittverfahren zuverlässig funktionieren. Saubere Aufnahmen erhöhen die Zuverlässigkeit: Eindeutig identifizierbare Sprecherwechsel reduzieren Fehlentscheidungen bei der Kamerawinkelwahl durch KI-Systeme. Optimierte Mikrofoneinstellungen und kontrollierte Raumakustik minimieren den Aufwand für Rauschreduktion vor automatischer Weiterverarbeitung.

WizCut nutzt diese Voraussetzungen für präzise Schnitte. Manuelle Kontrolle erfolgt bei Raum und Sprechern, Timeline-Operationen übernimmt die Software.

Nächster Schritt

Der folgende Artikel behandelt Raumakustik als systematischen Faktor – Optimierung des Aufnahmebereichs für nahes, warmes Klangbild ohne störende Nebengeräusche. Notizblock und Decke bereithalten – beide Hilfsmittel werden im nächsten Abschnitt relevant.

Bei spezifischen Aufnahmeproblemen kann Rückmeldung per Newsletter oder Direktnachricht erfolgen. WizCut wird entlang realer Anwendungsfälle entwickelt. Jede getestete Realkonfiguration trägt zur Verbesserung von Software und Empfehlungen bei.